„Zehn Gerichte der Hölle“ Chinesische Folklore-Ausstellung in Haw Par Villa Singapur

Foto von Choo Yut Shing

Die chinesische Kultur gehört zu den ältesten fortlebenden Kulturen der Welt und erzählt seit Jahrtausenden die faszinierendsten Geschichten. In Haw Par Villa kommen Geschichtsliebhaber voll auf ihre Kosten: Der asiatische kulturelle Themenpark bietet eine umfassende Entdeckungsreise durch chinesische Traditionen, Religionen, Folklore und mythologische Legenden.

Die Ursprünge von Haw Par Villa

Haw Par Villa befindet sich auf einem Hügel in Pasir Panjang und war einst unter dem Namen Tiger Balm Gardens (Tiger-Balsam-Gärten) bekannt. Der myanmarische Geschäftsmann Aw Boon Haw ließ den Park mit viel Liebe für seinen Bruder, Aw Boon Par, bauen und nannte ihn nach der medizinischen Salbe Tiger-Balsam, die ihr Vater erfunden hatte.

Nach seiner Erbauung 1937 wurde das Parkgelände der Villa der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; es spiegelt die tiefe Leidenschaft wider, die Boon Haw für die chinesische Kultur und Mythologie empfand. Boon Haw beaufsichtigte höchstpersönlich die Kunsthandwerker, die einen großen Teil des Original-Inventars kreierten, in der Hoffnung, dass die Darstellungen traditioneller Werte und Tugenden der Öffentlichkeit als moralischer Leifaden dienen würden.

Als der Krieg ausbrach, floh die Familie Aw aus Singapur nach Yangon (früher Rangun). Der Park wurde nun von der japanischen Armee als Beobachtungsposten genutzt, und erst nach Kriegsende kehrte Aw Boon Haw nach Singapur zurück, um den Park wieder aufzubauen.

Von den 1940ern bis in die 1970er trugen viele Mitglieder der Familie Aw zur Weiterentwicklung des Parks bei. Unter ihnen auch Boon Pars Sohn, Aw Cheng Chye, der die Dioramen des Parks auf verschiedenste Arten ergänzte. Seine Reiseleidenschaft resultierte in den International Corners (internationalen Ecken) des Parks, die eine Hommage an die zahlreichen Länder sind, die er besucht hat.

Ab 1985 erhielt der Park seine moderne Form, als das Singapore Tourism Board die Verwaltung der Anlagen übernahm und Sanierungsarbeiten einleitete. Die dynamische Evolution des Parks geht noch heute weiter.

Erlebnisse aus einer anderen Welt

Die Haw Par Villa ist für ihre lebhaften Darstellungen der „10 Gerichte der Hölle“ aus der chinesischen Folklore bekannt. Viele Singapurer erinnern sich noch heute mit Schmunzeln daran, wie ihre Eltern sie als Kinder in den Park brachten, um ihnen die traditionellen, anspruchsvollen chinesischen Moralvorstellungen nahezubringen.

Außer seinem Wahrzeichen - den 10 Gerichten der Hölle - beheimatet der Kulturpark über 1000 Statuen und 150 Dioramen, die surreale Szenen aus legendären chinesischen Literaturwerken abbilden; darunter „Die Reise nach Westen“, „Die Legende der weißen Schlange“ sowie die Geschichten über die „Acht Unsterblichen“.

Moderne Führungen, alte Traditionen

Bereits die Erkundung von Haw Par Villa auf eigene Faust ist ein fantastisches Erlebnis. Wer tiefer in die vielen Geschichten eintauchen möchte, kann sich einer der verschiedenen Parkführungen anschließen.

Kulturliebhaber sollten an der Führung ‚Finding Your Tao In Haw Par Villa: The Tiger Balm Garden Story‘ teilnehmen. Diese Tour verbindet die Geschichte des Parks mit spannenden Geschichten aus chinesischer Folklore und Philosophie. Für mutige Erkenntnissuchende empfiehlt sich ein Besuch in Haw Par Villa in der Abenddämmerung, zu ‚Journeys To Hell - Death And Afterlife in Haw Par Villa‘. Diese Führung setzt den Schwerpunkt auf die Dioramen, welche die berüchtigten Zehn Gerichte der Hölle darstellen - ein fesselndes und aufschlussreiches Erlebnis.

Tickets für Ersteres können im Haw Par Villa Visitor Centre gekauft werden, Tickets für Letzteres können hier gebucht werden.

Den Bereich der „Zehn Gerichte der Hölle“ sollten Besucher aufgrund der drastischen Darstellungen nach eigenem Ermessen besuchen und Kinder nur unter Aufsicht von Erwachsenen. Der Eintritt in den Park ist kostenlos.