Tag 1: Architektur und Gärten
Luftaufnahme von Joggern auf der Henderson-Waves-Brücke

Stehen Sie in aller Frühe auf, um die Vögel im Telok Blangah Hill Park zu beobachten. Wenn Sie vorsichtig die 1,3 Kilometer lange, erhöhte Plattform des Forest Walks entlangpirschen, können Sie Blicke auf regionale Vogelarten wie die Frühlingstaube und den Augenstreifbülbül erhaschen. Zwischen September und März wird Ihre Geduld vielleicht sogar durch Blicke auf Zugvögel wie den Dreifarbenweih oder den Braunschnäpper belohnt. Viele dieser Vögel sind recht klein – nutzen Sie es daher aus, dass Sie auf dem Forest Walk auf Augenhöhe mit den Baumwipfeln sind und halten Sie dort nach diesen Vögeln Ausschau.

Sie können auch an anderer Stelle ihren Lieblingsort zur Vogelbeobachtung finden, indem Sie sich auf den höchsten Fußgängerweg Singapurs, die Henderson Waves begeben. Die organische, wellige Form dieser Brücke ist ein Meisterstück moderner Architektur, und Sie finden dort viele versteckte Winkel, in denen Sie in 36 Metern Höhe tief die frische Luft einatmen können.


Luftaufnahme des bunt beleuchteten Supertree Grove in den Gardens by the Bay bei Nacht

Einen kurzen Fußweg von der Brücke entfernt finden Sie die HarbourFront-Haltestelle der U-Bahn (MRT). Nehmen Sie einen Zug zur Bayfront-MRT-Haltestelle und Sie gelangen zu den Gardens by the Bay, wo im Herzen der Stadt auf 101 Hektar Flora aus aller Welt wächst.

In einem der klimatisierten Gewächshäuser des Parks finden Sie das Feinschmeckerrestaurant POLLEN. Es ist der perfekte Ort für eine Mittagspause – die französisch-mediterranen Gerichte bestehen nicht nur aus marktfrischen Erzeugnissen, sie werden auch so angerichtet, dass sie den Blumen und Pflanzen ähneln, die das Restaurant umgeben.

In den Gardens by the Bay arbeiten Landschaftsplaner und Gartenbauer Hand in Hand, um der Gärtnerei zu neuen Höchstleistungen zu verhelfen. Beim Spaziergang durch den Cloud Forest, ein Gewächshaus, das auch den weltweit höchsten Wasserfall in einem Innenraum beherbergt, können Sie die kühle Luft genießen, die auf Ihrer Haut kondensiert. Bummeln Sie durch den SuperTree Grove, wo baumförmige Metallkonstruktionen vertikale Gärten beherbergen. Und sehen Sie das Ökosystem in Aktion in den Dragon- und Kingfisher-Seen, in denen Wassertiere und Pflanzen harmonisch gedeihen.

Nachdem Sie den Tag in den Gardens verbracht haben, wittern Sie die unwiderstehlichen Düfte von Satay by the Bay, einem Freiluft-Gastronomiebereich, der sich auf die namensgebenden Fleischspieße spezialisiert hat. Genießen Sie Ihr Abendessen am von Bäumen gesäumten Ufer mit einem atemberaubenden Blick auf die untergehende Sonne. Rote, orangefarbene und gelbe Farbtöne tanzen über die Fassaden der Wolkenkratzer im Civic District und über das Wasser der Bucht – das perfekte Ambiente für schmackhaftes Satay (Spieße mit gegrilltem Fleisch) und andere lokale Köstlichkeiten.
 

Tag 2: Geschichte

Der People’s Park Complex in Chinatown ist ein einzigartiger Mischnutzungskomplex für Handel, Gastronomie und Wohnungen, der im Jahr 1970 eröffnet wurde. Neben den Geräuschen der Menschenmenge, die sich hier stets tummelt, können Sie oft auch Musik vernehmen. Wenn Sie sich der Menge anschließen, halten Sie nach den Straßenmusikanten Ausschau, die auf traditionellen chinesischen Instrumenten wie der Erhu (chinesische Geige) und der Guzheng (16-saitiges Zupfinstrument) spielen. Ihr musikalisches Können belebt diesen Ort seit Jahrzehnten.

In der Nähe befindet sich der Chinatown Complex Market & Food Centre, das inoffizielle Museum für alte Handwerkskunst und Gastronomie in Singapur. Im Erdgeschoss finden Sie Familienunternehmen, die seit Generationen bestehen, wie Foo Leong Records, ein Plattenladen, der sich auf Cantopop, Mandopop und andere Musikrichtungen aus Südost- und Ostasien spezialisiert hat. Frau Wong betreibt diesen Laden bereits seit über 40 Jahren. Ihre treuen Kunden, die zu ihren Freunden wurden, und die Erinnerungen an das Zeitalter der CDs halten sie im Gang. Sie wird Ihnen liebend gern von beidem erzählen, während Sie in ihrem gemütlichen Laden stöbern.

Zum Mittagessen schauen Sie am besten im ersten Stock des Chinatown Complex vorbei, wo Sie das größte Hawker Centre Singapurs finden. Die überwältigende Anzahl an Ständen – mehr als 260 – unterstreicht ein weiteres Mal unseren Ruf als eine der kulinarischen Hauptstädte der Welt. Wenn Sie sich nicht für einen Stand entscheiden können, stellen Sie sich in der Schlange an, die von dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Hong Kong Soya Sauce Chicken Rice & Noodle ausgeht.


Die Botschafterin für Besuchererfahrung Caroline Beverly Seah führt Besucher durch die National Gallery Singapore

Verdauen Sie Ihr Mittagessen bei einem Spaziergang durch den Civic District, dessen eklektische Architektur historische, aber auch äußerst moderne Bauten aufweist. Oder sogar beides gleichzeitig, wie es bei der National Gallery Singapore der Fall ist. Diese markante Kunsteinrichtung umfasst die neoklassischen Gebäude unserer ehemaligen City Hall und des ehemaligen Supreme Courts (Oberster Gerichtshof), zeichnet sich aber gleichzeitig durch moderne Details aus und wird so ihrem Ruf als Wunder der modernen Architektur gerecht. Entdecken Sie sie in ihrer Gesamtheit – mit ihren Tausenden Kunstwerken – mit Unterstützung von Besucherbotschaftern wie Caroline Beverly Seah, die ihre Leidenschaft für Kunst und Geschichte in den Ausstellungshallen dieser Galerie auslebt.

Sie werden keine Schwierigkeiten haben, den ganzen Tag hier zu verbringen, aber Sie sollten Ihren grollenden Magen nicht ignorieren, wenn es Zeit fürs Abendessen wird, und sich zur National Kitchen by Violet Oon begeben. Das Restaurant ist stolz auf seine Peranakan-Wurzeln (Menschen mit chinesischer und malaiischer/indonesischer Herkunft, die rund um die Straße von Malakka geboren wurden) und serviert die feurigen Gerichte, für die diese Gemeinschaft so berühmt ist. Genau wie die Speisen kommt die Einrichtung des Restaurants mit antiken Möbeln sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus Oons privater Sammlung wirklich von Herzen.
 

Tag 3: Natur & Tierwelt
Männer des Kebun Baru Birdsinging Clubs in Ang Mo Kio unter Vogelkäfigen in einem offenen Raum

Besuchen Sie den Kebun Baru Birdsinging Club in Ang Mo Kio, einem der ältesten Wohnviertel Singapurs. Lassen Sie sich verzaubern vom Zwitschern von Vögeln wie der Sperbertaube, Schamadrossel, dem Ganges-Brillenvogel und dem Rotohrbülbül. Die stolzen Besitzer dieser gefiederten Kreaturen bringen sie hierher, um deren „Stimmen“ für Gesangswettbewerbe zu trainieren, die der Club einmal monatlich ausrichtet. Schauen Sie sich im Voraus den Eventkalender an, und vielleicht können Sie über den nächsten Vogelsuperstar mitentscheiden.

Begeben Sie sich zum Mittagessen zum Zhenyi Veggie Place, der nur wenige Minuten Fußweg entfernt ist und vegane und vegetarische Zi Char-Gerichte (hausgemachte chinesische Küche mit Gerichten à-la-carte) serviert. Genießen Sie Ihre Mahlzeit Seite an Seite mit den Bewohnern von Ang Mo Kio. Wenn Sie hier am Wochenende vorbeischauen, werden Sie Familien begegnen, die aus anderen Teilen Singapurs gekommen sind, nur um hier zu essen.


Giraffenfüttern im Singapore Zoo

Nehmen Sie vom Restaurant aus einen Bus oder ein Taxi zum Singapore Zoo, wo weiße Tiger, Zwergflusspferde und über 300 andere Tierarten Sie begeistern werden. Der Zoo hat ein „Konzept offener Gehege“, bringen Sie daher Ihren Safarihut mit und lassen Sie Ihrem inneren Ranger freien Lauf.

Wagen Sie doch bei Dämmerung einen Besuch gleich nebenan im ersten Nachtzoo der Welt, der Night Safari. Melden Sie sich für den Gourmet Safari Express an und essen Sie zu Abend, während Sie diesen nächtlichen Tierpark erkunden. Als Teil dieser Erfahrung fahren Sie mit einer Bahn an den Gehegen der asiatischen Löwen, Nebelparder und anderen bedrohten Arten vorbei, während Sie komfortabel dinieren.
 

Tag 4: Stadtviertel

Widmen Sie diesen Tag den Einheimischen und den Vierteln, in denen sie leben. Werden Sie Kunststudent, indem Sie an Gratis-Theravamstunden im Sri Srinivasa Perumal Tempel teilnehmen, der in den 1850er-Jahren eröffnet wurde und einer der ältesten Tempel Singapurs ist. Theravam ist ein Teil einer Sammlung religiöser Dichtung und im Rahmen des Kurses werden Sie lernen, wie einheimische Gläubige die vielen Inkarnationen Vishnus verehren.


Jothi’s Store and Flower Shop in Little India, der Rajakumar Chandra gehört, dem Vorsitzenden der Little India Shopkeepers’ and Heritage Association

Legen Sie den kurzen Fußweg zum Jothi Store & Flower Shop zurück. Der Laden öffnete in den 1960ern als bescheidenes Blumengeschäft, ist aber in der Zwischenzeit zu einem großen Unternehmen herangewachsen, das fast allen Hindu-Tempeln und indischen Hochzeiten in Singapur Girlanden liefert. Bei einem Gespräch mit Rajakumar Chandra – er ist auch der Vorsitzende der Little India Shopkeepers & Heritage Association – können Sie bestimmt etwas über diesen historischen Bezirk lernen.

Wenn Sie schon einmal da sind, sollten Sie die süßen Aromen von Jasminblumen, Weihrauch, Kampfer und anderen Gewürzen genießen, während er Ihnen die Geschichten dieses berühmten Stadtviertels erzählt. Wenn Sie das Geschäft wieder verlassen, werden Sie die engen Gassen und Straßen von Little India mit ganz neuen Augen sehen.

Direkt gegenüber dem Geschäft auf der anderen Straßenseite befindet sich das Ananda Bhavan Restaurant. Diese lokale Kette vegetarischer indischer Restaurants besteht seit fast einem Jahrhundert und erhebt Anspruch darauf, die älteste ihrer Art in Singapur zu sein. Lassen Sie sich die vollständige Erfahrung nicht entgehen und verleiben Sie sich eine Portion Thosai (herzhafte Pfannkuchen) ein, die Sie mit einer Tasse süßen Masala Chais (gewürzter Tee) herunterspülen. Zwar gibt es Besteck, aber hier ist der beste Ort, um zu lernen, wie man mit den Händen isst.


Die Masjid-Sultan-Moschee im Viertel Kampong Glam

Setzen Sie Ihre Erkundung dieses Viertels in südlicher Richtung fort, bis Sie nach Kampong Glam gelangen, dem historischen Sitz der örtlichen malaiischen Adligen. Zwar regiert bei uns kein Sultan mehr, dennoch hat dieser Bereich den Großteil seiner historischen Architektur behalten. Der Sultanspalast wurde zum Malay Heritage Centre umfunktioniert und die Moschee namens Masjid Sultan, die er erbaute, ist nach wie vor das Zentrum unserer muslimischen Gemeinschaft. Spazieren Sie durch beide Gebäude und versuchen Sie zu erraten, welche Bereiche zu den ursprünglichen Teilen gehören und welche später hinzugefügt wurden. Ein kleiner Hinweis: Masjid Sultan war ehemals ein einstöckiges Gebäude.

Wenn Sie auf der Suche nach einzigartigen Andenken sind, schlendern Sie die Haji Lane entlang, wo es von hippen Läden nur so wimmelt. Viele dieser Läden ließen sich von der örtlichen Kultur inspirieren, was zum Beispiel in den süßen Plüschsachen und Kissen von Meykrs Ausdruck findet, die einheimischen Snacks nachempfunden sind. Runden Sie Ihren Tag mit einem Abendessen, Getränken und Tanz im Going Om ab, einem lebhaften Café nach dem Vorbild der Teestuben und Herbergen für Rucksacktouristen im Himalaja.