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Der Charme der alten Welt, streng behütete Traditionen und eine Generation mit Herz und Verstand haben dazu beigetragen, dass Traditionsrestaurants in Singapur weiterhin die Massen anziehen, selbst wenn sie bereits seit Jahrzehnten im Geschäft sind.

In einer Reihe bunter Shophouses in Joo Chiat befindet sich Kim Choo Kueh Chang, das am besten für Bak Chang bekannt ist – eine traditionelle Teigtasche aus Reis mit Fleischfüllung nach Peranakan -Art (Chinesen der Straße von Malakka).

„Wir verkaufen jedoch nicht nur Teigtaschen. Wir sind ein Kulturunternehmen, das die Peranakan -Kultur zeigt“, sagt Edmond Wong, der 32-jährige Enkel der Gründerin Madame Lee Kim Choo.

In der Tat kommen die Singapurer - neben den Teigtaschen - auch zu Kim Choo Kueh Chang wegen seiner großartigen Auswahl an Peranakan -Köstlichkeiten wie Pineapple Tarts (Ananastörtchen), neunlagigem Kueh (Dessert-Häppchen) und Fish Otah (eine würzige Fischpaste, die einem auf der Zunge zergeht).

Das obere Stockwerk des Shophouses, das für die Öffentlichkeit geöffnet ist, ist eine Fundgrube für Peranakan-Antiquitäten und traditionelle Kostüme wie die Kebaya (eine langärmelige Bluse mit malaiischen und chinesischen Einflüssen) sowie perlenbesetzte Schuhe.

Bei Samy's Curry in Dempsey manifestieren sich Traditionen etwas subtiler. Frische Bananenblätter verleihen lockerem Reis ein köstliches Aroma; dazu werden typische Gerichte wie Hühnchen-Masala und das berühmte Fischkopf-Curry gereicht. 

„Es ist eine südindische Tradition, Gästen Gerichte auf Bananenblättern zu servieren, da sie nicht wiederverwendet und als etwas Besonderes angesehen werden“, sagt der 31-jährige Geschäftsführer Nagajyothi Mahendran. Dank dem Bemühen des Restaurants, Traditionen treu zu bleiben, ist es seit seiner Gründung in den fünfziger Jahren auch heute noch beliebt und wird von vielen als das beste indische Restaurant in Singapur gesehen.

Genau wie Samy's Curry gilt das Beng Hiang Restaurant ebenfalls als das beste in seiner Kategorie – diesmal der traditionellen Hokkien-Küche. Die erlauchte Kundschaft rangiert von ehemaligen Präsidenten Singapurs bis zu dem bekannten Action-Star Jackie Chan.

Die Beng Hiang-Speisekarte bietet eine Auswahl an Gerichten, wie die typischen Dampfnudeln mit Schmorbraten, Fischsuppe und gebratenes Austernomelett.

Dieses Hokkien-Restaurant befand sich zunächst auf der Amoy Street und ist nun nach Jurong East gezogen. Laut des 74-jährigen Geschäftsführers Ng Han Kim behält es seine authentischen Aromen dank langjähriger Küchenchefs bei, die seit 30 Jahren in dem Restaurant arbeiten.

In einem anderen, berühmten Traditionsviertel, Kampong Glam, befindet sich das Hajah Maimunah; dort kommen diejenigen auf ihre Kosten, die in Singapur auf der Suche nach authentischer, malaiischer Küche sind.

Diese Institution serviert köstliche, traditionelle malaiische Küche mit Gerichten wie sundanesischem Grillhähnchen, Lemak Siput (Nadelschnecken in würziger Kokosnussauce), Beef Rendang (geschmortes Rindfleisch gekocht in Kokosmilch und Gewürzen) sowie gegrillter Fisch. Dieser schlichte Familienbetrieb wird von der 30-jährigen Geschäftsführerin Mastura Didih geführt, deren Mutter das Lokal im Jahr 1992 gründete. Ihr Bruder Ismail, 31, ist für das Marketing und die Geschäftsentwicklung verantwortlich.

„Traditionsrestaurants wie unseres haben eine historische Bedeutung und sind Teil der Erinnerungen vieler Menschen. Wir haben beobachtet, wie junge Kunden Eltern wurden und mit ihren Familien zurückgekehrt sind“, sagt Mastura.